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Trachten-Wissen & Tipps

Wärmende Kleidungsstücke zum Dirndl

Das Dirndl ist meist aus recht leichtem Stoff gefertigt und zu einem stilechten Outfit gehört meist eine kurzärmelige Bluse dazu. Doch auch in einer lauen Sommernacht wird es kühler und dann sind wärmende Kleidungstücke ein Muss. Walkjacken aus gefilztem Stoff sind nicht so bekannt, aber bei Trachtenfans durchaus beliebt. Strickjacken zur Tracht sind zwar ein Klassiker, es gibt aber auch noch ein paar Alternativen:

Dicke Strumpfhosen:

Auch wenn man meint, dass Strickstrumpfhosen nicht besonders schick zum Dirndl aussehen, lohnt sich die Suche. Denn zum einen wärmen sie ganz wunderbar und zum anderen sind sie sehr klassisch und wurden auch in früheren Zeiten zum Dirndl getragen. Nylonstrumpfhosen hingegen, also dass, was wir heute kennen, sind erst nachträglich zum Dirndl hinzu gekommen.

Winterstiefel:

Klassische Stiefel lassen sich problemlos zu einem Dirndl tragen. Mögen Sie es ein wenig ausgefallener, so können Sie auch als Kontrast dicke Winterboots oder Gummistiefel mit Trachtenmuster dazu ausprobieren.

Langärmelige Blusen:

Machen Sie einfach das, was Sie üblicherweise im Winter machen: lange Ärmel tragen! Auch bei uns im Sortiment finden Sie ein paar hübsche Dirndlblusen mit langem Arm.

Schultertuch oder Schal:

Ob ein Schultertuch in klassischer Dreiecksform oder ein großer rechteckiger Schal, beides sind gute Alternativen zur Jacke. Wichtig ist, dass der Stoff dick genug ist und das Tuch oder der Schal groß genug, um Ihre Schultern warm zu halten. In beiden Fällen können Sie eine, zu Ihrem Dirndl farblich passende, einfache Variante nehmen oder eine mit Trachtenmuster. Mittlerweile bieten einige Hersteller auch schon Ponchos im Trachtenstil an.

Dirndljacke:

Natürlich können Sie auch bei dieser wärmenden Alternative zu einer normalen Strickjacke greifen, die farblich zu ihrer Tracht passt. Aber mit Trachten-Strickjacken wird Tradition gelebt und es gibt sie in vielen verschiedenen Ausführungen, von opulent mit Trachtenmuster und Verzierungen, bis hin zu schlichten Modellen, die wir z.B. bei uns im Trachtenshop im Sortiment haben.



Das Charivari

Ursprung des Charivari

Charivari entstammt dem lateinischen "caribaria" und bedeutet „Durcheinander“, „Verrücktheit“. Es kam in der napoleonischen Zeit in den deutschen Sprachraum und hatte im 19. Jahrhundert auch noch eine weitere Bedeutung, nämlich "Katzenmusik". Warum das heutige Trachten-Accessoire sich von diesem Wort ableitet, läßt sich nur vermuten, insbesondere, da es mehrere Theorien über die Herkunft des Charivari gibt. Eine sehr wahrscheinliche ist, dass es sich ursprünglich um eine Uhrenkette gehandelt hat, die am Knopfloch der Trachtenweste befestigt wurde und speziell im Ostalpenraum Mode wurde, sie immer mal wieder mit diversen Jagdtrophäen zu verzieren. So findet man an ursprünglichen Charivaris oft kleine Teile von geschossenen Tieren wie Reißzähne, Greifvogelkrallen, Geweihteile, Tierpfoten oder andere Teile von erlegten Tieren.

Im 19. und 20. Jahrhundert kam das Charivari in erster Linie bei männlichen Landwirten zum Einsatz. Es diente als Statussymbol und Talisman und sollte Glück und Erfolg bei der Jagd sichern. Das Charivari wurde über Generationen weitervererbt, da es nicht ge- oder verkauft werden durfte, sondern nur verschenkt. Es soll angeblich uralte Charivaris mit einen Wert von über 10.000 Euro geben. Trachtenvereine, vor allem in Bayern, sind schon lange bestrebt das Tragen von Charivaris wieder zu beleben. Erfolgreich wie man sagen muß, denn mittlerweile sieht man sie immer häufiger als beliebtes Trachtenaccessoire.

Charivari für Männer und Frauen

Traditionell wird das Charivari von Männern am Hosenlatz der Trachtenlederhose getragen und hat in der Regel eine Länge von 33 cm. Die Charivarikette ist aus 825er oder aus 925er Altsilber gefertigt und erhält neben den Hornscheiben, Pfoten, Dachsbärten, Grandeln, Kümmerer (verkümmerte Hirsch- oder Rehgeweihe) mittlerweile auch, oder in erster Linie Edelsteine, Silbermünzen und Medaillen.

Die Dirndl-Charivari-Kette für Damen ist wesentlich filigraner, wird aber ebenfalls mit kleinen gegosenen Anhängern und Talismanen verziert, ähnlich einem Bettelarmband. Vielleicht ist es grade diesem Umstand zu verdanken, dass sich das Charivari als trendiger Dirndlschmuck immer mehr durchsetzt.

Zum Schluß möchten wir Ihnen noch einen kleinen Geheimtipp hinter vorgehaltener Hand verraten: Auch wenn Charivaris traditionell nur verschenkt werden sollten, haben sie die Möglichkeit wunderschöne Charivariketten bei uns im Trachtenshop Ahaus zu kaufen :-)



Mini, midi oder maxi?
Was muß ich über die Länge eines Dirndls wissen?

Als erstes und wichtigstes: Dass diese 3 Längen noch lange nicht der Weisheit letzter Schluß sind. Denn wir sprechen bei den Dirndllängen von mini, midi und maxi um eine grobe Einteilung zu machen. Dies sind auch die gebräuchlichten Begriffe, obwohl es eigentlich 4 Dirndllängen gibt und man korrekterweise die Begriffe mini, knieumspielt, wadenlang und knöchellang nutzen muß. Denn ob z.B. ein Mididirndl bei einer Frau tatsächlich Midi ist, hängt sehr von der Beinlänge ab. So kann bei einer Dirndlträgerin mit langen Beinen das Midi-Dirndl plötzlich zum Mini-Dirndl mutieren und bei einer Trägerin mit kurzen Beinen reicht das Mididirndl dann bis unter die Waden. Aber um die Verwirrung nicht zu groß werden zu lassen möchten wir hier die verschiedenen Dirndllängen etwas näher erläutern:

Knöchellang / bis 100 cm:

Der Klassiker unter den Dirndl ist ideal für große Frauen, oder solche, die wenig Bein zeigen möchten. Früher wurde diese Länge eher von älteren Damen getragen, aber heutzutage sieht man durchaus auch jüngere Frauen mit dieser Dirndllänge. Meist sind diese Kleider in gedeckteren Farben wie schwarz, grau, oder braun gehalten und klassisch geschnitten. Mit einer aufwendig verarbeiteten Schürze eignet sich das knöchellange Dirndl ausgezeichnet für elegante Auftritte.

Wadenlang / 77-79 cm:

Diese Länge geht in etwa bis zur Mitte der Wade und liegt seit Jahren im Trend. Mit dieser Dirndllänge kann man wenig falsch machen, solange der Saum nicht an der dicksten Stelle der Wade endet, denn dadurch wirken die Beine stämmig.

Knieumspielt / 60-70 cm:

Diese Länge ist der perfekte Kompromiss für alle, die sowohl Mode und Spaß als auch Tradition und Niveau in einem Dirndl vereinen möchten. Es ist nicht zu kurz, aber zeigt genug Bein. Zudem findet man in der Länge eine große Auswahl an Farben und Schnitten.

Mini / 50 cm:

Bei dieser Dirndllänge ist etwas Vorsicht geboten. Zum einen sollten die Trägerinnen über eine entsprechende Figur verfügen und zum anderen nicht zu alt sein (sorry für alle anderen Damen). Denn allzu schnell kann es sonst peinlich werden wenn man am fortgeschrittenen Abend auf den Bierbänken tanzt. Wer sich zudem nur an die Bezeichnung Mini hält, kann bei einigen (meist billigen) Anbietern schon wundern wie kurz Mini interpretiert wird. Prinzipiell ist diese Länge geeignet für kleine Frauen mit kurzen Beinen.

Abschließend kann man sagen: Natürlich kann man sein Dirndl online bestellen, allerdings kann eine vernünftige Dirndlberatung oft große Enttäuschungen vermeiden. Denn ob die gewählte Dirndllänge wirklich die richtige ist, hängt sehr von der Figur ab und läßt sich nur bei einer Anprobe erkennen. Jede Frau sollte die Dirndllänge tragen, die ihr gefällt und mit der sie sich wohl fühlt. Meist es es die Länge, die man auch bevorzugt bei Röcken trägt. Wir bei uns im Trachtenshop Ahaus führen die Drindllängen 50, 59, 70 und 77-79 cm und haben einen geschulten Blick um auch Ihre ideale Länge zu finden. Schauen Sie unverbindlich vorbei, probieren Sie die verschiedenen Dirndllängen aus uns lassen sich fachmännisch beraten.



Haferlschuh:

Der Haferlschuh ist ein traditioneller Schuh der 1803 im Allgäu erfunden wurde. Er diente damals den Alpenbewohnern häufig als Arbeitsschuh und ist auch heute noch gebräuchlich. In Bayern nennt man dieses Schuhmodell auch Bundschuh, in Österreich Schützenschuh. Wer sich in der bayrischen Mundart ausprobieren möchte, der sollte Hàferlschua oder Hàferlschuach sagen. Als typischer bayerischer Alltagsschuh gibt es den Haferlschuh in verschiedenen Lederarten, Farbvarianten und Ausführungen. So ist die oberbayerische Variante beispielsweise mit einer seitlichen Schnürung und die Allgäuer Version mit einer normalen Ristschnürung versehen. Als zwiegenähter Schuh ist er die perfekte Ergänzung zur Tracht. Obwohl der Haferlschuh Teil vieler alpenländischer Trachten ist, wird er auch als ganz normaler Alltagsschuh getragen.

Geschichte des Haferlschuhs

Erfunden hat den Haferlschuh der Schuhmacher Franz Schratt. Es heißt, dass er sich von der Natur inspirieren ließ und der Gamshuf ihn als Vorlage diente, da die schmale, unterzogene Sohle eine ähnliche Trittsicherheit bieten sollte, wie sie die Gämse in den Bergen haben. Aufgrund dieser Qualität wurde der Haferlschuh für die Bergbauern und Jäger entworfen, seine Zweckmäßigkeit und schlichte Eleganz sicherten ihm aber schnell einen großen Kreis von Liebhabern und der Schuhklassiker entstand.

Ende des 19. Jahrhunderts existierten im Allgäu etwa 800 Schuhwerkstätten, die Haferlschuhe nach Maß herstellten. Über die Region hinaus bekannt, ja sogar berühmt machte den Haferlschuh der Enkel von Franz Schratt und schon bald gehörten Prominente aus Gesellschaft und Kultur zu seinem Kundenstamm. Die europäischen Modemetropolen eroberte der Haferlschuh als eleganten Straßenschuh in den zwanziger Jahren.

Es gibt viele Theorien wie der Name für den Haferlschuh entstanden ist, aber die wahrscheinlichste stammt aus dieser Zeit, da man damals nur knöchelhohe Stiefel trug: Während Ihres Urlaubs in den Alpen entdeckten die feinen Städter aus England den Schuh für sich und integrierten ihn in ihre Garderobe. Sie interpretierten den für sie außergewöhnlichen Schuhtyp als „halben Schuh“ (half shoe), was in alpenländischem Deutsch zu „ha(l)ferl“ wurde.

Die Machart des Haferlschuhs

Die Machart kann unterschiedlich sein, aber immer wird der Schuh von Hand gefertigt. Nur genähte Macharten garantieren Bequemlichkeit und optimale Passform, da sie sich dem Fuß seines Trägers und dem persönlichen Bewegungsablauf optimal anpassen. Die Ausballmasse zwischen Brandsohle und Sohle ermöglicht zudem das Ausformen des individuellen Fußbetts nach einiger Tragezeit. Diese Eintragezeit sollte der Träger dem genähten Schuh unbedingt zugestehen, denn er wird danach mit höchstem Tragekomfort belohnt. Genähte Macharten versprechen zudem Langlebigkeit und Reparaturfähigkeit.

Der Haferlschuh ist zwiegenäht, was vor allem bei sehr robusten Schuhen zum Ein­satz kommt, wie z.B. Bergschuhe. Bei dieser Machart wird der Rahmen von der Seite an die Brand­sohle genäht und nicht von unten. Das bedeutet, dass sich die Ein­stech­naht nicht innen auf der Brandsohle be­fin­det, sondern außen auf dem breiten Rahmen neben der Dop­pel­naht. Schaft und Boden sind also durch zwei sichtbare Nähte mit­ei­nan­der verbunden, was den Begriff zwiegenäht erklärt. Im Vergleich zu rahmengenähten Schuhen sind zwiegenähte deutlich widerstandsfähiger und was­ser­dichter.

Die Merkmale des Haferlschuhs

- Zwiegenähte Machart
- unter dem Knöchel tief ausgeschnittener Schaft
- Schuhspitze mit nach unten hin rechtwinkliger Schaftkante
- Schuhspitze aufgeworfen in Form eines Schiffsbugs (Schiffchen)
- Gummiprofilsohle
- starke Spitzensprengung
- hoch gezogenes Fersenteil
- kein Schaftfutter


Bei uns im Trachtenshop-Ahaus bekommen Sie Haferl-Schuhe von Steindl in der Farbe espresso. Wir führen die Größen 42-47 bei uns im Sortiment.